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Sonderlich lange brauchte es nicht, bis man ihn wieder zurück in den Palast brachte. Man übergab ihn den Palastwachen, die ihn ihrerseits sofort zum Obersklaven Amun brachten. Selbiger war nicht gerade sehr fröhlich gewesen. Sauer war eine glatte Untertreibung. So kam es, dass er nun im Keller des Palast auf einem Stein lag und mit Händen und Füßen angebunden war. Sein Rücken schmerzte mehr als zuvor, nachdem Amun seinen Zorn erst einmal ein wenig mit der Peitsche an ihm aus getobt hatte. Schlimmer war aber noch der betäubende Schmerz zwischen seinen Beinen. Man hatte Imhotep den Pfeil ruckartig herausgezogen, was ihm durch die Widerhaken einen höllischen Schmerz bereitet hatte. Sein Lendenschurz hatte inzwischen vorne einen kleinen, dunkelroten Fleck, der sich aber immerhin nicht noch weiter ausbreitete. Aber das war ja jetzt auch egal, das wusste der junge Sklave.
Er war jetzt in riesengroßen Schwierigkeiten. Im Moment wusste er nicht einmal genau, was man mit ihm weiter machen würde. Imhotep schluckte schwer, als Ashraf eintrat. Der ältere Ägypter war eine Art Heiler, der im Tempel immer mal wieder aushalf. Nicht selten kümmerte er sich allerdings darum, dass die Jungen und teilweise auch die Mädchen kastriert wurden, die ansonsten zu aufmüpfig wurden. Ashraf schaute dem hilflos gefesselten Imhotep nicht einmal in die Augen. Stattdessen ergriff er den Lendenschurz und riss ihn mit einer schnellen Bewegung herunter. Er ließ ihn achtlos auf den Boden fallen, ehe er sich die Wunde anschaute. Mehrmals murmelte er etwas vor sich hin und drehte die Hoden des Jungen ein wenig. Imhotep fühlte währenddessen, wie ihm der Schweiß über das Gesicht lief. Es war nicht nur der Ofen in der Ecke des Raumes, in dem bereits einige Metallstangen bereit lagen. Es war die ganze Situation, die ihn beinahe ohnmächtig werden ließ. Er sah, wie Ashraf von ihm abließ und stattdessen zu einer Ablage ging. Er wusch sich seine Hände in einer Schale mit Wasser und trocknete sie dann ab, ehe er ein spezielles Messer ergriff und sich damit wieder Imhotep zu wandte. Einen Moment lang wunderte sich der Junge noch, doch dann spürte er, wie mit dem Messer seine Hoden aufgeschlitzt wurden. Er schrie auf, da er nicht einmal annähernd eine Betäubung erhalten hatte. Vermutlich hatte Amun das arrangiert. Der Schmerz intensivierte sich, als der nächste Schnitt durchgeführt wurde. Imhotep wagte es langsam nach unten zu schauen und wurde beinahe ohnmächtig. Seine Hoden befanden sich nicht länger innerhalb des Hodensacks. Stattdessen hing sein linker Hoden bereits draußen am Samenstrang und Ashraf war gerade dabei, auch den zweiten Hoden herauszudrücken. Mit einem glitschigen Geräusch kam dieser heraus, sodass der Ägypter beide Hoden nach unten ziehen konnte, bis die Samenstränge vollständig gespannt waren. Als Ashraf erneut das Messer nahm, ließ Imhotep seinen Kopf nach hinten kippen. Erst als der Schmerz ihn erneut wie einen Blitz im Unterleib durchzuckte, wurde ihm bewusst, wie endgültig das war, was gerade passierte. Gestern hatte er das letzte Mal in seinem Leben seine Hoden noch nutzen dürfen. Und von Ain hatte er seit dem auch kein Zeichen mehr bekommen. Ein zweiter Schmerz, dann war ihm klar, dass er nun keine Hoden mehr hatte. Er keuchte, als der "Heiler" ein Eisen aus dem Feuer nahm. Er wagte es nicht annähernd hinzuschauen, als ihm das glühende Stück Eisen in den Hodensack gestoßen wurde. Imhotep gab einen quälend lauten Schrei von sich und der Geruch von verbranntem Fleisch stieg auf. Jammernd sackte er in seinen Fesseln zusammen, während Ashraf seinen nun leeren Hodensack ordentlich zunähte. Von außen war nun nicht mehr zu sehen als eine Narbe. Imhotep blieb keuchend liegen, während Ashraf den Raum verließ. Er konnte kaum glauben, was ihm nun widerfahren war. Jetzt hatte er so ziemlich alles verloren. Sein Leben war völlig aus der Bahn geraten. Kurz darauf zeigte sich aber, dass es noch schlimmer wurde. Ashraf kam kurz darauf zusammen mit Amun wieder herein, nur hatten sie dieses Mal einige Eimer bei sich, die sie neben den Stein, auf dem Imhotep lag, abstellten. Amun stellte sich so hin, dass er dem jungen Sklaven in die Augen schauen konnte. "Versuchen zu fliehen war ziemlich dumm", stellte der Obersklave grinsend fest. "Nun erhältst du deine Strafe dafür." Der junge Imhotep schwieg, sah dann aber, wie Amun etwas aus dem Eimer nahm und ihm über den Mund legte. Ehe der Sklave verstand, hatte er das Tuch um den Mund gewickelt. Als auch Ashraf begann, wurde ihm klar, was hier passierte. Es handelte sich um Bandagen aus Leinen, mit denen sie ihn nun einwickelten. Seine Augen weiteren sich panisch und er begann an seinen Fesseln zu zerren. Ergebnislos. Ohne zu zögern wickelten sie seinen Körper in die Bandagen ein, mumifizierten ihn bei lebendigem Leibe. Je mehr Leinen dazu kamen, umso weniger konnte er sich bewegen. Nach einiger Zeit wurden die Seile gelöst, die seine Füße festhielten, aber auch nur, damit Amun und Ashraf mit vereinten Kräften auch seine Beine und Füße zusammen bandagieren konnten. Imhotep fühlte, dass die Tücher nass und klebrig waren. Also würde es ihm vermutlich unmöglich sein, sich alleine zu befreien. Seine Vermutung bestätigte sich, als sie auch seine Hände losmachten und seine Arme mit den Bandagen am Oberkörper fixierten. Schlussendlich wurde auch sein Kopf bandagiert, sodass er gerade noch atmen konnte. Der Rest seines Körpers war nun vollständig bedeckt. Verzweifelt versuchte sich Imhotep zu bewegen, aber das war genauso aussichtslos, wie seine Versuche sich zu befreien. Die Tücher waren bei weitem zu stabil und in viel zu vielen Lagen um seinen Körper gewickelt. Einige Zeit lang passierte dann nichts. Man ließ Imhotep alleine. Verzweifelt und panisch versuchte er aus seiner misslichen Lage zu entkommen, aber das erwies sich einfach als unmöglich. Was wohl Ain denken würde, wenn sie von ihm erfahren würde? Wäre es ihr egal? Er schluckte schwer. Nach einiger Zeit spürte er dann, wie er bewegt wurde. Vermutlich trug man ihn irgendwo hin. Das dauerte relativ lange und trotz der vielen Bandagen meinte er irgendwann zu merken, wie es heller wurde. Also hatte man ihn vermutlich aus dem Palast herausgetragen. Für ihn fühlte es sich wie Stunden an, bis plötzlich die Bewegung mit einem Ruck aussetzte. Dann konnte er Amuns Stimme hören. "Das hier ist deine Strafe", sagte er direkt neben seinem Ohr. "Du wirst lebendig begraben. Wenn du es schaffst, dich zu befreien, bist du frei. Wenn nicht, dann...nun, das brauche ich dir nicht weiter zu erklären." Dann ging es weiter. Er wurde anscheinend irgendwo herunter gestoßen und rollte einige Zeit, bis er mit einem schmerzhaften Prall gegen eine Wand zum halten kam. Ängstlich stellte er fest, dass hier nunmehr kein Licht war. Er hörte das charakteristische Geräusch von Stein, der auf Stein geschoben wurde. Das Geräusch verstummte und Imhotep musste nun annehmen, dass er irgendwo in einer Kammer eingeschlossen war. Nun war es völlig still. Einen Moment lang versuchte er sich vorzustellen, was ihm nun widerfahren würde. Entweder würde er verdursten oder vorher von irgendwelchen Tieren gefressen würden. Es war nicht selten, dass es in solchen Kammern Schlangen, Skorpione oder ähnliches gab. Der Gedanke, von einem solchen Tier aber gelähmt und anschließend langsam gegessen und verdaut zu werden, sagte ihm allerdings gar nicht zu. Ein weiteres Mal riss er mit voller Kraft an den Bandagen, versuchte sie zum zerreißen zu bringen. Es gelang ihm nicht annähernd. Seine Arme und Beine ließen sich keinen Millimeter bewegen. Verzweifelt blieb er liegen, mit dem Wissen, dass er dem sicheren Tod ausgeliefert war. Obwohl es für Imhotep sowieso dunkel war, schlug er irgendwann die Augen auf, als er Stunden später ein Geräusch hörte. Zuerst war es nur ein kleines Kratzen und er nahm an, dass es sich um irgendein Tier handelte. Aber das Geräusch wurde lautet, bis er schlussendlich hörte, wie die Steinplatte weit über ihm bewegt wurde. Also waren dort Menschen. Nur warum? Waren es Grabräuber? Dann würden sie mit bestimmt nichts gutes vorhaben. Vielleicht hatte auch einer der Sklavenhändler mitbekommen, dass man ihn hierher verfrachtet hatte und war nun hier, um mit ihm Geld zu machen. Das Geräusch verstummte und stattdessen konnte Imhotep Stimmen und Schritte hören. Geröll wurde losgetreten, als man sich anscheinend den Weg nach unten bahnte. Imhotep wusste nicht, wer oder warum dort jemand war. Aber ihm war klar, dass das seine einzige Möglichkeit zum Überleben war. Einmal mehr versuchte er rumzuzappeln, soweit das nur möglich war. Er versuchte hinter den Bandagen Geräusche zu machen, um auf sich aufmerksam zu machen. Zunächst schien, dass das nichts brachte, aber dann hörte er wieder Stimmen und schlussendlich spürte er, wie man ihn bewegte. Der mumifizierte Sklave wurde unsanft nach oben gezogen, bis er irgendwann wieder die helleren Strahlen durch die Tücher sehen konnte. Er hörte das Geräusch von reißenden Leinen und konnte gleich darauf Luft spüren, die an seinen Oberkörper gelangte. Es wurde geschnitten und gezerrt, bis seine Arme frei waren. Noch wagte sich Imhotep nicht zu bewegen, bis man endlich auch die Leinen an seinem Kopf durchschnitt und ihn davon befreite. Das erste, was er machte, war, dass er tief Luft holte. Dann öffnete er langsam die Augen, als er merkte, dass er von der hellen Sonne geblendet wurde. Er blickte in das Gesicht eines ihm unbekannten Mannes. Dieser drehte sich zu jemand anderem um. "Sieht so aus, als würde er noch leben", sagte er. "Erstaunlich", murmelte eine bekannte Stimme von weiter hinten. "Imhotep!" Die junge Ain kam auf den noch immer mitgenommenen Jungen zugelaufen und umarmte ihn. Er verstand noch nicht ganz, was passiert war, legte aber ebenfalls seine inzwischen steifen Arme um sie. "Ain", wisperte er. "Bin ich froh, dass du lebst", keuchte sie. "Es tut mir Leid, ich..." Sie räusperte sich, schüttelte dann den Kopf. Einer der Männer nahm erneut ein Messer zur Hand und befreite den Jungen von den restlichen Bandagen, sodass man ihm auf die Beine helfen konnte. Der orientalisch aussehende Mann ging einen Schritt zurück und ließ der Tochter des Botschafters so Platz, ihn erneut zu umarmen und sachte zu küssen. Im Moment musste das noch sehr seltsam aussehen, zumal Imhotep noch vollkommen nackt war. "Ich bin so froh, dass du noch am Leben bist", wiederholte sie leise. "Ich auch", murmelte Imhotep. "Nur...ich bin...also..." Sie strich ihm langsam über die Brust und schließlich über den leeren Hodensack. "Ich weiß", erklärte sie. "Das war nicht schwer herauszufinden. Sonst wäre ich ja nicht hier, hm?" "Ich danke dir", flüsterte er. "Dank nicht mir", meinte sie dann und ging einen Schritt zurück. "Sondern meinem Vater." Wie auf das Stichwort kam der Botschafter hervor. Imhoteps Augen weiteten sich und er setzte sofort dazu an, niederzuknien, wovon der Botschafter ihn aber mit einer Handgeste abhielt. "Bitte", sagte er lächelnd. "Nicht doch." "Ich danke Euch, Botschafter", sagte Imhotep mit rauer Stimme. "Nicht nötig. Ich konnte ja nicht anders. Meine Tochter ist bei solchen Dingen nun einmal sehr..hm..eigensinnig. Wie auch immer. Ich möchte dir einen Vorschlag machen, was mit dir nun weiter passiert." "Was...wäre das?", fragte er vorsichtig. "Da meine Tochter sich ja nicht davon abhalten lässt...", sagte er mit einem kurzen Grinsend, "...würde ich sagen, dass du mit uns mitkommst. Offiziell wirst du einer unserer Sklaven sein, der die niederen Arbeiten erledigt. Inoffiziell...nun, das muss ich nicht erklären, oder?" Ain ergriff seine Hand. "Was meinst du?", flüsterte sie. "Obwohl ich ein Eunuch bin?" "Ich habe gesagt, dass ich dich liebe", stellte sie lächelnd fest. "Daran hat sich nichts geändert." Die Entscheidung fiel ihm nicht schwer. Er ergriff ihre andere Hand und küsste dann zärtlich ihre Lippen.
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