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Das Fest begann in der Abenddämmerung und ich war angemessen gekleidet. Der Gouverneur hatte zur House Warming Party geladen, wobei ich zwei Sachen unpassend formuliert fand: Das Haus war ein Palast und warm war es ohnehin schon, Nordindien ist zur Zeit des Monsuns ein verdammter Backofen, heiß und stickig.
Zum Empfang spielte ein Streichquartett und ich übergab meine Einladung. Eingeführt war ich hier noch nicht, aber als neuer Repräsentant der East Indian Company natürlich ein gern gesehener und unverzichtbarer Gast. Im Hof dann waren alle versammelt, die Rang und Namen hatten, Kolonialbeamte, Geschäftsleute, Militärs und auch ein paar einflußreiche Inder. Daß Banquett bot alles und Champagner sowie Portwein und Cherry flossen in Strömen. Es gelang mir nicht, das Glas oder den Teller zu leeren, sofort stand ein Diener neben mir und füllte neu auf. Damit die Damen in ihren hochgeschlossenen Kleidern und die Herren in ihren Fracks und Uniformen nicht in Ohmacht fielen, wedelten überall Boys mit Fächern frische Luft. Zum Höhepunkt des Festes gab es ein Feuerwerk, welches den Himmel hell erleuchtete. Kaum war die letzte Detonation verklungen, erhob sich ein schriller Singsang. Ein paar bunt gekleidete und grell geschminkte Frauen vollzogen eine Art Segen. Ich stand nah an der Szene und mir kamen Zweifel. Zwar hatte ich in den wenigen Wochen hier allerlei Absonderliches gesehen, aber bei diesen Frauen stimmte etwas nicht. "Hijras“, murmelte ein Inder neben mir ins Ohr, "das dritte Geschlecht. Weder Mann noch Frau. Sie sind hier, um dem neuen Haus Glück zu spenden." Ungläubig schaute ich ihn an. "Weder Frau noch Mann? Das gibt es nicht in Gottes Schöpfung, mein Herr!" Er lächelte und stellte sich vor, ein reicher Maharaja und Großgrundbesitzer aus der Nähe. "Über die Schöpfung eures Gottes vermag ich nichts zu sagen, aber dies ist Indien und hier gibt es solche Wesen schon seit Anbeginn." Ich protestierte: "Es gibt eindeutige körperliche Merkmale, die einen Mann zu einem Mann und ein Weib als ein Weib ausmachen." "Bei jenen nicht mehr, mein Teuerster, aber dieses Fest scheint nun zu enden, besucht mich doch einmal, wenn ihr mehr erfahren möchtet." mit diesen Worten überreichte er mir seine Karte und ich verließ das Fest. Die folgenden Tage vergingen in Arbeit, aber die Worte des Inders gingen mir nicht aus dem Sinn. Schließlich beschloß ich, seiner Einladung zu folgen. Mit einem herzlichen Willkommen begrüßte er mich in seinem Palast. Wir plauderten über Geschäfte, das Land und alles Mögliche. Mich jedoch trieb nur eines um. Mein Gastgeber lächelte und sagte: "Indien ist mystisch und für einen Fremden oft unerklärlich. Aber seht nur selbst." Auf sein Geheiß betrat eine junge Frau den Raum, von irgendwoher setzte Musik ein und sie tanzte. Dabei ließ sie nach und nach all ihre Hüllen fallen bis sie zuletzt völlig entblößt war. "Wollt ihr sie haben?" fragte mein Gastgeber mit einer großzügigen Geste. Zwar fasziniert von der Anmut schüttelte ich dennoch den Kopf. "Habt keine Bedenken“, meinte der Hausherr, niemand wird fragen. Mädchen und Frauen gelten hier nichts. Diese stammt aus einer niederen Kaste und ihre Familie gab sie mir nur zu gern. Natürlich habe ich dafür gesorgt, daß sie weder Kinder gebären noch Lust empfinden kann, es wäre meinem Stand nicht angemessen." Ich schaute ihn ungläubig an und er hieß die Frau oder vielmehr das Mädchen, sich vor mit breitgespreizten Schenkeln hinzuhocken. "Seht ihr? Sowohl das Lustzentrum als auch der Hort der Fruchtbarkeit wurden von einem Beschneider entfernt." Ich konnte ihm nicht recht folgen, war das eines dieser Wesen, die er auf der dem Gouverneursempfang erwähnte? Er schien meine Gedanken zu raten und sagte "Diese hier war schon immer weiblich, wartet jedoch." Ein knapper Befehl und nach ein paar Augenblicken stand ein junger Mann vor uns. Nach ein paar knappen Worten entkleidete auch er sich. Obwohl ich in meiner Militärzeit als Feldscher in den Kolonialkriegen gedient hatte, hatte ich so etwas noch nie gesehen. Der Jüngling war nicht so schlank, wie die anderen Inder in seinem Alter, aber am erstaunlichsten war die Region unter seinem Bauch; diese war völlig unbehaart und dort, wo seine Männlichkeit hätte prangen müssen, war nichts außer einer Narbe. "Das ist wohl eine Hijra?" Mein Gastgeber lachte; "Nein, dieser Bursche bewacht meine Frauen und dient ihnen, so kann er ihnen nicht mehr zu nahe treten. Ich habe ihn entmannen lassen, als ihn mir sein Vater für den Erlaß seiner Pachtschulden als Pfand überließ. Bedenkt, Menschen wiegen hier viel weniger, als ein Stück Feld oder ein Büffel. Mehr als tausend Jahre Fatalismus Sie glauben, je mehr sie jetzt erdulden, um so besser sind die Chancen, es im nächsten Leben besser zu treffen. Die Hindus nennen es Karma. Kinder bis zu drei Jahren gelten hier überhaupt nicht als beseelte Lebewesen, weil sie keines haben, nicht einmal einen Namen gibt man denen. Wenn sie vor der Zeit sterben, was mehr als häufig geschieht, wird ihnen ein Stein ans Bein gehängt und der Leichnam in den Fluß geworfen." Ich warf noch einen fassungslosen Blick auf den Eunuchen, bevor sich dieser unter Verbeugungen entfernte. "Wie alt war er, als er in eure Dienste trat?" "Zwölf oder jünger, so genau kann man es bei denen nie sagen." erwiderte der Maharaja. Ich fragte leicht verwirrt von der Hitze und dem soeben gesehenen, ob es denn nie zu Klagen seitens der Familie oder Nachfragen der Kolonialpolizei gekommen wäre. "Selbst wenn, „ lautete die lachende Antwort des Raj, "nichts, was sich nicht mit ein paar Scheinen bereinigen lassen würde. Ich werde es euch demonstrieren! Einer meiner Hütejungen hat gestern nicht achtgegeben und eines meiner Reitpferde hat sich beim Sturz in einen Graben die Beine gebrochen, ich mußte es töten lassen. Den unnützen Bengel bei lebendigem Leibe zu häuten wäre das mindeste." Bei diesen Worten klatschte er in die Hände und ein Knabe, sehr dünn und mit Stricken gefesselt wurde in den Raum geführt. Er war nackt und augenscheinlich nicht älter als elf, mit flehendem Blick sah er seinen Herrn an und warf sich auf die Knie. Der Maharaja fragte mich, ob ich die Bestrafung vollziehen wollte, ich lehnte jedoch ab. Den Hütejungen rettete dies jedoch nicht, er wurde auf einen Hof geführt und auf einen Holzbock geschnallt. sein Oberkörper lag auf einem Tisch, die Arme weit gestreckt, seine gespreizten Beine erreichten kaum den Boden. Der Maharaja nahm eine Lederpeitsche mit neun Enden, in denen schwere Kugeln eingeflochten waren. "Fünfzig Schläge als Strafe für deine Unachtsamkeit" sagte er, "danach bist du aus meinen Diensten entlassen." Der Junge flehte um Gnade, da aber traf schon der erste Hieb sein Gesäß, ein lauter Schrei des Gepeinigten gellte auf. Der Raj fragte mich wiederum, ob ich weitermachen wollte, ich jedoch schüttelte nur blaß den Kopf. "Kein falsches Mitleid, sonst werden die zu aufsässig" rief er mit einem Lächeln und schlug erneut zu. Schon der sechste Schlag zerfetzte die Haut des Knaben, Blut floß über seinen Rücken, den Hintern und die Schenkel hinab. Der Brustkorb des Bestraften hob und senkte sich, nur ein Wimmern und das erneute Klatschen der Peitsche war zu hören. "Ihr findet Eunuchen faszinierend?" fragte der Maharaja, "Schaut nur genau hin!" Mit diesen Worten zielte er mit der Peitsche auf die frei baumelnden Hoden des Jungen und traf genau. Der arme Knabe schrie bei den ersten Schlägen noch grell auf, ein paar Augenblicke später schon nicht mehr. Ich sah ungläubig, wie die Peitsche den Hodensack zerfetzte, bis alles, was den Jungen hätte zum Mann werden lassen können, blutend zu Boden fiel. Der so bestrafte Pferdehirt rührte sich indes nicht mehr, ich trat heran und fühlte am Hals seinen Puls. Ein Kopfschütteln meinerseits ließ die Peitsche ruhen. Nachdenklich und eigentümlich erregt vom soeben Erlebten begleitete ich den Maharaja zum Tee. Ein feuchter Fleck wurde in meiner Hose sichtbar und ich betete, daß niemand dies bemerkte. Mit einem Lächeln fragte er: "Nun, Verehrtester, seid ihr immer noch sicher, daß ihr keinen Boy braucht, ich schenke euch einen oder zwei..."
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