|
Melippe begrüßte zuerst Philippus, als wäre sie ein kleines Mädchen und sagte etwas auf griechisch, das sich wie eine Danksagung anhörte. Dann wandte sie sich mir zu. Ich senkte züchtig den Kopf, sah ihr jedoch aus den Augenwinkeln zu. Melippe ging um mich herum und betrachtete mich von allen Seiten. Sie nahm mir das Lendentuch ab, berührte meinen steifen Penis, strich mit einem Finger sanft bis zur Eichel vor. Mir entkam etwas Flüssigkeit, die sie kostete. Das Lendentuch band sie sich um den Hals, nicht ohne vorher an der Stelle gerochen zu haben, die meine Eichel berührt gehabt hatte.
Dann hob sie meinen Kopf mit einer Hand und sah mir ins Gesicht. Sie war zuerst vollkommen ausdruckslos, doch dann leckte sie sich über die Lippen, einen begehrenden Ausdruck in den Augen. Dann verwandelte sich ihr Blick ins Geschäftsmäßige, und sie sagte zu Achilles: »Bring’ ihn in mein Bett«. Sie wandte sich ab. Achilles bestieg ein Pferd und zog mich davon, darauf achtend, nur ein klein wenig schneller zu sein, als ich mit den Ketten zwischen meinen Füßen laufen konnte, und bald fiel ich hin. Er ließ mich aufstehen, und ritt dann wieder so schnell weiter. So fiel ich einige Male hin, bis wir zur Villa kamen, die das Zentrum der Insel-Latifundie war. In der Villa wurde ich in ein Zimmer gezerrt, das reich und kostbar ausgestattet war. In seiner Mitte befand sich ein Bett, das dem des Gnaeus Porcius Cato glich, nur vollkommen mit schwarzer Seide bezogen war. Achilles kettete mich an und verließ das Zimmer. Ich setzte mich an die Bettkante und sah mich um. An den Wänden waren Darstellungen von Sexualakten gemalt, die alle einen gewalttätigen Zug hatten. Ich hielt das für ein schlechtes Omen. Melippe kam herein. Ein kräftiger und bewaffneter Mann begleitete sie. »Mh!«, sagte sie gedehnt, als sie meiner ansichtig wurde, als ob sie einen reich mit erlesenen Kostbarkeiten gedeckten Tisch betrachtete. Irgendwie stimmte das auch, und mir ging es im Grunde nicht anders, denn mein Penis stellte sich wieder auf. Melippe zog sich aus, sich langsam und lasziv bewegend. Dann kam sie zu mir und warf mich mit einer Hand auf den Rücken. Ich war noch immer gefesselt, und die Füße standen noch vor dem Bett. Sie stülpte ihre Vulva über mein steifes Geschlecht, und ich ejakulierte fast sofort. Ich lag auf meinen gefesselten Händen und fühlte mich seltsamerweise stärker ausgeliefert und hilfloser als je zuvor, trotz der vielen Ketten, die ich schon getragen hatte. Ihr Becken bewegte sich, sie zwang mir Küsse ab, und so hatte ich meinen zweiten und drittes Orgasmus. Dann stand sie auf, mir kokett ein Küsschen auf die Nasenspitze gebend. »Chressos«, kommandierte sie kurz. Sie zog sich einen Chiton an, der sie nicht eigentlich bedeckte, denn auch er bestand aus dem schwarzen, durchsichtigen Stoff. Chressos, der Eunuch, machte meine Kette los und riss mich hoch. »Komm, mein Kleiner«, sagte sie. »Ich will dir mein kleines Reich zeigen.« Chressos zerrte mich hinter ihr her. »Chressos, gib ihn mir!«, befahl sie. Er übergab ihr die Kette, und sie nahm mich an die kurze Leine. Chressos stapfte mit der Hand am Knauf hinterher. Ihr „kleines Reich“ war eine komplett ausgestattete Wohnung für Wohlhabende, wie sie sich auch in den Erdgeschoßen der Zinshäuser Roms befanden. Sie zeigte mir alles, als ob ich ein guter Freund sei, der zum ersten Mal zu Besuch ist: Schlafzimmer, Küche, Triclinium, Latrine und Folterkammer. Ja, mein Leser, du hast richtig gelesen. Das Wohnzimmer war zu einer Art Folterkammer umgebaut worden. Im ganzen großen Raum standen Geräte herum, mit denen man jemanden in den verschiedensten Positionen fixieren konnte, und auf Konsolen lagen verschiedenste Instrumente. Auch Dildos in verschiedenen Größen waren da sowie viele andere Dinge. Ich hatte ein schlechtes Gefühl im Bauch. »Das, mein süßer Namensvetter, ist dein neuer Arbeitsplatz! Gefällt er dir?« fragte sie zärtlich und stolz lächelnd. Jetzt bekam ich wirklich Angst. Als ich nicht sofort antwortete, griff sie sich einen Ochsenziemer und zog ihn mir über die Schulter. Ich schrie auf. »Na? Wird’s bald?«, sagte sie mit drohendem Ton. Wenn ich verneinte, bekäme ich noch einen Schlag. Ich tat es trotzdem. »Wie viel hat er zuletzt bekommen?« »Vier, Herrin«, sagte er mit der typischen hohen Stimme des Eunuchen, der noch als Knabe kastriert wurde. »Fein!« Dann gab sie mir zärtlich lächelnd sieben und dann noch sechzehn Schläge mit dem Ochsenziemer auf verschiedene Körperteile, wobei sie ihren Krafteinsatz so dosierte, dass keine Wunden aufplatzten. Der letzte ging auf meine Hoden, wo sie sich gar nicht zurückhielt. Ich konnte als Gefesselter meine Hände nicht schützend vor mein Geschlecht halten, wie man das reflexartig eben tut, noch konnte ich mich krümmen, denn Melippe hielt mich an der Kette hoch, so dass ich mich selbst gewürgt hätte, sollte ich in die Knie gehen. Also musste ich den Schmerz so aushalten. »Und jetzt, mein Süßer?«, flötete sie. »J… ja …«, brachte ich mühsam hervor. »Na also«, sagte sie in mütterlich-zufriedenem Ton. »Dann such’ dir ‘was aus, mein Liebling!«, forderte sie mich in mütterlich-munterem Ton auf. Mein Herz sank. Ich hätte mir am liebsten meine Koje im Haus meines Herrn ausgesucht, aber es blieb mir nichts übrig, also zeigte ich aufs Geratewohl auf etwas mit meinem Kinn. »Eine gute Wahl«, lobte Melippe spöttisch. »Eine sehr gute!« Es handelte es sich um einen mit Leder bezogenen Schemel, der auf den schmalen Seiten je einen senkrechten Pfosten montiert hatte, an denen innen Ringe eingelassen waren. Meinen Oberschenkel passte Melippe etwa in der Mitte eiserne Reifen an. Ich musste mich auf das Gestell knien, mit den Knien genau zwischen den Pfosten. Die Oberschenkelreifen verband Melippe mit einem einzigen Kettenglied an den unteren Ringen. Meine Arme wurden nach hinten gestreckt und mit ihren Fesseln an den oberen Ringen der Pfosten befestigt. Mein Halsring wurde mit zwei Ketten nach unten gezogen, sodass ich mich kaum mehr rühren konnte. So war ich in einer Stellung fixiert, die Eindringen von hinten sehr vereinfachte. Ich konnte sehen, wie Melippe zwei der Dildos vom Regal nahm. Einer war glatt, aber der andere hatte nach hinten gerichtete Noppen. Es waren keine richtigen Widerhaken, weil sie flach und abgerundet waren. Sie montierte die Dildos auf ein Ledergeschirr, das sie um ihre Lenden und den Schritt schnallte, wobei sie sich den glatten Dildo in ihre Vulva eingeführt hatte. Der genoppte stand von ihr weg, als hätte sie einen erigierten Penis. Ich hatte geahnt, dass es da keine richtige Wahl geben konnte, wenn man nicht entsprechend veranlangt war, aber wenn das das harmloseste war … Melippe stellte sich zwischen meine Füße. Chressos hob und senkte die ganze Vorrichtung mit mir darauf, und dann drang sie in mit dem genoppten Dildo meinen Anus ein. Ich schrie vor Schmerz rhythmisch, jedes mal, wenn sie zustieß, aber auch, wenn sie zurückzog, denn die Noppen zerrten an meinem Rektum, aber seltsamerweise regten mich gerade die Noppen an. Ich bekam einen der stärksten Orgasmen, die ich je verspürt hatte und ejakulierte mit solcher Kraft auf den Schemel, dass der Samen teilweise von ihm davon spritzte. Melippe ließ natürlich nicht ab von mir. Ich hatte einen zweiten Orgasmus, bis endlich auch sie kam, was ich an ihrem Lustgeschrei deutlich bemerken konnte. Sie hörte aber nicht auf, sondern trieb sich selbst zu einem zweiten Orgasmus und mich zu noch zweien. Sie ließ endlich von mir ab. Sie trat zu meinem Kopf, und flüsterte mir erotisierend ins Ohr: »Na, hat es dir gefallen?« Ich war halb ehrlich, als ich keuchend nickte. Die Orgasmen hatten mir tatsächlich gefallen, aber der Weg zu ihnen war wortwörtlich eine Folter gewesen. Der immer bereite Ochsenziemer zog eine Wunde auf meinem Rücken. Ich konnte das Blut fließen fühlen. »Sprechen, mein Sklave der schmerzvollen Lust! Sprechen!« »Ja, ja, Herrin, es hat mir gefallen!«, keuchte ich, die nur halbe Wahrheit nun im Wort wiederholend. »Das ist schön, Melippus, mein süßes Spielzeug. Willst du es noch einmal haben?« »Ja, Herrin«, log ich. Die trat wieder hinter mich und wiederholte diese seltsame Folter, bis sie und ich wieder orgasmierten. Dann ließ sie entgültig von mir ab. Sie nahm das Geschirr ab und gab es Chressos, dem sie etwas auf griechisch sagte. Der leckte er sich Lippen, nachdem er etwas antwortete, das ein eifriges »Ja, Herrin« gewesen sein konnte. Schließlich schleckte er genüsslich mein Sperma vom Schemel und machte mir eine Fellatio, indem er sich mit dem Gesicht nach oben mir von hinten näherte. Den Samen nahm er in seinen Mund und degustierte ihn wie einen kostbaren Wein, bevor er ihn schluckte. Dann nahm er mich vom Gestell und kreuzigte mich. Wenn du kein Römer bist, mein lieber Leser, oder auch einfach nur kein Henker wie der Oberaufseher meines Herrn, Tullius, dessen durch den Herrn befohlenen Kreuzigungen ich zusehen musste, dann muss ich dir an dieser Stelle wohl etwas erklären. „Crucifigere“ bedeutet nicht, jemanden an ein Kreuz zu schlagen oder zu nageln, sondern nur, ihn daran zu befestigen, und ein Kreuz muss keineswegs kreuzförmig sein. Die Hände des Deliquenten werden meist schon im Gefängnis am Querbalken befestigt, und zwar fast ausschließlich durch Fesseln mit Seilen, und so trägt der Deliquent sein Kreuz – genauer gesagt: den Querbalken – selbst zum Richtplatz. Das hat natürlich den Grund, dass er so schlecht flüchten kann. Am Richtplatz selbst wird er dann am Pfahl hochgezogen und der Querbalken an den Pfahl genagelt. Für mehr Schmerzen sorgt es natürlich, auch die Hände anzunageln, und zwar durch den Spalt zwischen Elle und Speiche und nicht durch die Handflächen, wie man das oft gemalt sieht. Jene Methode trägt den Körper besser. Die Füße werden allerdings meist tatsächlich an den Balken genagelt, und zwar durch das Fersenbein an den Seiten des Pfahles. Man benutzt kleine Holzplättchen als Beilagscheiben, damit nichts ausreißt. Der Deliquent kann sich dann an den Fersenbeinen etwas abstützen, denn wenn er nur an seinen Händen hinge, stürbe er sehr schnell, und das muss verhindert werden, damit sich der Deliquent selbst zu Tode quält, weil es auch schmerzhaft ist, sich an einem durchbohrten Knochen abzustützen. Selbstverständlich kann man die Füße auch anders fest machen, aber dann muss er daran gehindert werden, sich mit den Füßen dauernd abzustützen. Weiters kann man den zu schnellen Tod des Deliquenten dadurch verhindern, dass man ihm einen kleinen Sitz in der Höhe seines Schrittes durch Anmontieren am Pfahl anbietet. Glaube mir, mein Leser, diese scheinbare Erleichterung wird von den Deliquenten angenommen. Als Pfahl dienen manchmal eigens für diesen Zweck aufgestellte Holzbalken, aber Bäume werden auch gerne genommen, und in der Not tun es auch Türöffnungen und ähnliche Dinge. Allgemein gilt, dass der Deliquent um so schneller stirbt, je stärker er verwundet wurde. Die Geißelung, die vor dem Gang zum Richtplatz oft erfolgt, ist also seltsamerweise eine Straferleichterung, genauso wie Annageln aller Gliedmaßen und Verzicht auf den kleinen Sitz. Wodurch ein Gekreuzigter eigentlich stirbt, weiß ich nicht, das musst du einen der Heiler und Ärzte fragen, die sich mit solchen Themen beschäftigen, aber es ist unmittelbar einsichtig, dass sein Tod, der ziemlich sicher auch durch Verdursten erfolgen kann, um so langsamer eintritt, je gesünder und heiler er ans Kreuz kam. Um einen Deliquenten also möglichst lange zu quälen, binde man den Ungegeißelten mit allen Gliedmaßen an das Kreuz, das am besten an einem angenehm schattigen, doch nicht zu kühlen Plätzchen stehen soll, und stelle ihm ein Sitzchen zur Verfügung. Genau so kreuzigte Chressos mich also in der Folterkammer. Chressos benutzte die Hand- und Fuß-Fesseln, um mich am Kreuz zu befestigen. Meine Füße wurden sogar in Ringe gesteckt, die am Rist anschlugen und es mir so ermöglichten, mich wieder auf das gemeinerweise leicht nach vorne geneigte Sitzchen zu setzen, wenn ich abgerutscht sein sollte. Auf mein Glied steckte Chressos einen Schlauch, der mittels eines Ringes fixiert wurde, der um die Stelle ging, wo Hodensack und Penis am Körper ansetzen. Der Schlauch führte nach unten, und als ich dort hin sah, bemerkte ich, dass der Pfahl auf oder in einem Gitter stand, unter dem es gluckerte. Chressos verschwand und ließ mich mit meiner Qual alleine. Stunden später kam er zurück, fütterte ich, tränkte mich, setzte mir eine Vollgesichtsmaske ohne jedes Merkmal auf und verließ mich wieder. Bald merkte ich, wozu der Schlauch gut war: Ich konnte nicht mehr an mich halten und ließ Harn. Der verschwand also im Gitter und verteilte sich nicht in der Folterkammer. Ich hörte Geräusche aus der breiten Tür, die ins Triclinium führte. Es wurde langsam dunkel. und ich wurde müde. Also schlief ich ein, rutschte vom Sitzchen und wachte wieder auf. Zu schlafen war mir also unmöglich. Jetzt hörte ich Lachen und Musik aus dem Triclinium. Dort war also ein Gastmahl im Gange. Die breite Falttür, die zu Melippes Triclinium führte, wurde geöffnet. Melippes Gäste traten ein. Sie bestaunten mich und kommentierten die Bewegungen, die ich als hundemüder, gequälter Mann machen musste. Das Gastmahl verlegte sich irgendwie in die Folterkammer, die die Gäste anscheinend schon kannten, und bald wurden Sklaven herein gebracht, die auf die verschiedenen Geräte geschnallt und von den Gästen nach Lust und Laune gequält und missbraucht wurden. Ich konnte ohnehin nicht schlafen, also betrachtete ich all das mit wachsendem Widerwillen und wachsender Angst, denn ich ahnte, dass ich diese Dinge auch noch alle zu spüren bekommen würde. Einige Gäste berührten und streichelten mich auf anregende Weise, ihre Hände, Federn und auch die Spitzen ihrer Essmesser benutzend, andere schlugen mich, und einer knabberte sogar sanft an meinen Hoden. Alles gleichzeitig. Ich wusste nicht, ob ich in Lust erschauern oder im Schmerz zucken und schreien sollte, und so tat ich auch das alles gleichzeitig. Endlich wurden die Gäste müde und verließen Folterkammer und Triclinium. Die Tür wurde wieder geschlossen, und bei mir waren noch Melippe und Achilles. Melippe kam zu mir hinauf, indem sie die selbe kleine Treppe wie Chressos benutzte, und nahm mir die Maske ab. »Du hast eine hervorragende Vorstellung gegeben, Melippus. Ganz wunderbar! Ich glaube, du wirst es bei mir lange gut haben, mein Liebling!.« Dann zwang sie mir wieder einen Kuss ab, sagte noch spöttisch »Gute Nacht, mein Bester. Schlaf’ gut!« und trat mit Achilles durch die Tür zum Schlafzimmer. Sie ließen die Tür offen und vergnügten sich miteinander. Da ich sonst nichts zu tun hatte, schaute ich zu. Sie schienen um Dominanz im Bett zu ringen. Es war nicht anders zu erwarten gewesen.
|