Eine einfache und wirksame Therapie Malte und Sven
By: Dominik Bell

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Masturbation is an desaes. Get a load of sperms and freeze them deep, it will last to fertilize a whole city. Than cut the balls off, they just waist the time of a young man.


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Eine einfache und wirksame Therapie

Copyright 2007 Dominik Bell

Der Anruf kam aus der Schule. Eva Eckholm saß im Labor und analysierte den Hormongehalt von vierzig Blutproben. Eine Studie die untersuchte den Zusammenhang hormoneller Geschehnisse auf Kinder und Jugendliche mit ADHS. Eigentlich hätte sie an dieser Studie nicht mitarbeiten dürfen. Als Mutter eines betroffenen Sohnes war sie viel zu sehr involviert.

Es gelang ihr nur schwer sich vom Mikroskop zu lösen. Zu oft hatte sie schon wegen Malte die bitterlichen Klagen von den Lehrern anhören müssen. Seit zwei Jahren war sie im Akademischen Austausch an der Charite in Berlin. Zwei Jahre Tortur mit dem deutschen Bildungssystem das so gar nicht mit dem was sie aus ihrer Heimat in Schweden kannte, konkurrieren konnte. Wenn irgendetwas nicht klappt, schwierig oder aufwendig ist, dann sind die Kinder, oder deren Eltern schuld. Tun zu wenig, sind nicht bemüht oder eben krank oder sozial. Eine Kooperation zwischen Pädagogen und Eltern, gegenseitige Unterstützung und die Bereitschaft auch nur die Zielstellungen der Einzelnen gegenseitig abzuklären und zu respektieren gibt es nicht. Noch ein Jahr und sie wäre wieder in Stockholm wo ihr Malte mit seiner besonderen Art zu sein viel besser aufgehoben wäre. Hier hatte er eine Diagnose bekommen ADHS.

Am Telefon dann die vorwurfsvolle Stimme der Direktorin. „Ihr Sohn hat..“ Diese Leier kannte sie schon. Aber diesmal war es wirklich zuviel. Nicht ein Wort der Vorbereitung, eine Mitfühlende Sequenz oder vielleicht eine Entschuldigung dass die Aufsicht versagt hat. Nein. „Ihr Sohn hat wieder einmal verbotener Weise auf dem Geländer gerutscht. Jetzt ist er im Krankenhaus. Sie können ihn dort besuchen. Es ist nichts gebrochen, wahrscheinlich nicht wirklich was Schlimmes. Fragen sie in der Notaufnahme und teilen Sie uns mit wie lange er am Unterricht nicht teilnehmen kann.“ Erst auf mehrfaches Nachfragen beantwortete die Rektorin die Fragen nach dem Wie und Warum.

In dem imposantent Schulgebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert gab es Handläufe an den Treppen, dick wie ein Männerarm und aus Eiche, vom Schweiß und Fett Tausender Schülerhände glatt geschliffen und poliert. Am Ende jedes Treppenabsatzes eine große schwere Kugel, dreißig Zentimeter im Durchmesser. Die richtigen Stopper, wenn ein Schüler, verbotener Weise, mit zu viel Schwung den Handlauf herunterrutschte. Zwischen den Geschossen gab es Langnetze die alles festhalten sollten was so in einem Schultreppenhaus herum fliegt. Dann und wann landete schon einmal ein Schüler darin und dann gab es immer einen reisen Zoff mit der Schulleitung. An diesem Tag fehlte eine dieser Kugeln. Der Hausmeister hatte sie abgebaut um sie neu zu lackieren. So stand am Ende des Handlaufs nur eine kleine Gewindestange nach oben die notdürftig mit einem kleinen Styroporball geschützt war. Malte war einfach rücklinks darüber gerauscht und wurde erst an der gegenüberliegenden Wand aufgefangen. Im Krankenhaus hatten sie dann festgestellt das sein Schritt vom Anus bis zum Penis aufgeschlitzt war und beide Hoden nicht mehr zu retten sein würden.

Eva Eckholm kannte den Weg zur Notaufnahme schon denn Malte war ein Unfallkind. Es geschah regelmäßig dass er sich verletzte. Meistens sah es viel schlimmer aus als es war und die Leute schickten halt immer gleich einen Krankenwagen obwohl man mit Ruhe und etwas Verbandszeug vieles selber richten kann.

Diesmal war es anders. Malte hatte sich kastriert. Sogar der Penis war zerfetzt und die Ärzte waren froh als die Mutter zustimmte die Versuche einer notdürftigen Rekonstruktion einzustellen. Sie vernähten die Wunde und zogen die Harnröhre soweit wie möglich nach unten zwischen die Beine. Zwei Wochen später konnte Malte wieder am Sport teilnehmen. Seine Mutter kannte da kein Pardon. Maltes kleiner Bruder Sven war auch ein sehr unruhiges Kind und hatte aus diesem Grund viele Probleme. Nicht nur in der Schule, sondern auch mit anderen Kindern und vor allem aber Erwachsenen. Eva Eckholm war an manchen Tagen froh an der Arbeit sitzen zu dürfen während ihr Aupair zu Hause graue Haare bekam. Ritalin half zwar Sven ruhig zu stellen, aber dann empfand sie doch sehr oft das es nicht mehr ihr Kind sei dass da so vor sich hindämmerte und vermisste seine Lachen und alles was Sven ausmachte.

Seit dem Unfall bekam Malte Medikamente die er aber nicht sonderlich gut vertrug. Deshalb entschloss sich Eva ihm ein Medikament zu geben das die Wachstumsphase von Maltes Körper beenden sollte um ihn dann mit mehr oder weniger Testosteron stabil einzustellen. Er wäre sicherlich noch etwas gewachsen, aber die Nebenwirkungen waren einfach zu schlimm. Nach wenigen Wochen war Malte wie ausgewechselt. Seine Hyperaktivität war nicht mehr beobachtbar, sein Sozialverhalten, dass ohnehin nicht ganz so problematisch war wie das von Sven verbesserte sich um Potenzen und in der Schule brachte er nur noch beste Noten. Ab und zu hatte er leichte Depressionen die aber mit einer kräftigen Dosis Johanniskraut und einem Medikament für die wenigen akuten Phasen gut zu bewältigen war. Malte wurde sechzehn und entschied zu seinem Vater nach Stockholm zugehen als Eva das Angebot ihren Vertrag zu verlängern nicht abschlagen konnte. Am elften Geburtstag von Sven strich die vierte Aupair in diesem Jahr die Segel.

Eva war verzweifelt und froh, dass Malte und ihr Ex-Mann für einige Tage in Berlin waren. Eva lebte zwar schon lange getrennt hatte aber ein gutes Verhältnis zu ihrem Ex der sich immer wenn er konnte gut um die Kinder kümmerte. Eines Abends bei einem, oder war es das X. Glas Wein vor dem Kamin meinte Skjell, ihr Ex, dass die Entwicklung von Malte wohl geradezu märchenhaft sei. Er hatte inzwischen eine Ausbildung begonnen und machte super Fortschritte. Dazu sah er gut aus und kam bei beiden Geschlechtern gut an. Um seine fehlenden Geschlechtsteile wussten seine engsten Freunde und akzeptierten ihn als Nullo. Dann und wann gab es sogar Mädchen die sich für ihn als Mensch näher interessierten und sich Partnerschaft auch ohne Penissex vorstellen konnten. Eine Krise hatte Malte zu einer Psychotherapeutin geführt die er aber schon nach wenigen Sitzungen nicht mehr brauchte. Er kannte zwar keinen anderen Nullo, hatte für sich eine Identität gefunden die ihn befriedigte.

Indirekt führte Skjell, der wohl auch unter dem ADHS Syndrom gelitten hatte und immer noch litt, das auf die Kastration zurück. Irgendwie musste da ein Zusammenhang sein. Skjell war Neurologe und wusste von den Studien die Eva in Berlin machte. In Eva erwachte ein Gedanke, den sie sich aber sofort selbst verbot als sie wieder nüchtern war. Sie weiß um die Beschränktheit der medizinischen Forschung. Es geht nur um Geld. Wirksamkeit von Medikamenten musste nachgewiesen werden. Von teuren Medikamenten. Egal wievielen Menschen diese Medizin dann in der Praxis hilft. Sie macht sich für den Produzenten meist schon bezahlt wenn sie nur bei jedem dritten Patienten probehalber für einen gewissen Zeitraum angewandt wird. Wirksamkeit die oftmals auf Grund der gezielten Auswahl von Probanten sichergestellt wird.

Schon am nächsten Abend war Skjell wieder beim Thema. Malte sprach nicht gern über sich. Er war mehr nach innen gekehrt und brauchte die Aufmerksamkeit der Anderen weniger als es früher der Fall war. Seine immer währende Selbstinszenierung war einer selbstsicheren und kritikfähigen Persönlichkeit gewichen. Etwas ungelenk und mit zuviel Alkohol im Blut sprach Skjell Malte dann völlig unvermittelt auf das Thema an, als Malte sich in der Küche etwas zu essen machte um dann wieder vor dem Fernseher verschwinden zu wollen. Trotz des unglücklichen Moments und der Tatsache, dass seine Eltern nicht mehr nüchtern waren setzte er sich sogleich zu ihnen und erzählte wie er die letzten Jahre erlebt hatte. Davon, dass er unter seiner Hyperaltivität total gelitten hatte, dass er gerne Freunde gehabt hätte dies aber wirklich nicht erreichen konnte, sowie ihn sein Versagen in der Schule unheimlich belastet habe. Nach dem Unfall sei dann alles ganz anders und wesentlich leichter geworden. Heute im Blick zurück würde er sogar den Rollstuhl wählen wenn er die Wahl hätte so wie früher sein zu müssen oder ... . Offen gab er zu vor dem Unfall Augenblicke der Verzweiflung empfunden zu haben die ihn an Selbstmord haben denken lassen. Seine depressiven Episoden von Heute seien dagegen so unterschiedlich wie Wind und Orkan. Zudem könne er jetzt mit Anderen auch darüber sprechen, sein Medikament nehmen und dazu wüsste er, dass es eine Folge der Kastration sei manchmal eben etwas neben der Kappe zu sein.

Und dann schob er noch nach, dass er sich schon einige Male gedacht hätte, dass es für Sven wohl auch das Beste wäre wenn ihm so etwas passieren würde. Eva war ganz nachdenklich geworden und als sie sich Wein nachschenkte merkte sie lange nicht dass sie den Wein neben das Glas schüttete. Sven flitzte gerade an der Tür vorbei um in der Werbung schnell noch ein Packung Chips zu holen als er die Versammlung im Wohnzimmer sah. Mit dem Putzlappen in der Hand tauchte er im Türrahmen auf und fragte „iss was?“ um herauszufinden welche schwierigen Themen hier gerade beratschlagt wurden.

Skjell fing dann an mit:“Du Sven, du weißt doch, dass Malte diesen Unfall hatte?“ „Ja klar, der ist jetzt ein Eunuch, da redet heute noch die ganze Schule davon.“ „Was ist eigentlich ein Eunuch?“ „Ich meine ich weiß ja, so ohne Pimmel, aber früher hatten die sie doch auch schon, so ganz ohne Unfall, so voll mit Absicht meine ich,oder?“ „Gibts die heute auch noch?“ Und fast ohne auf die Antwort zu warten flitzte Sven in die Küche und holte die Chipstüte. „Kann ich auch mal?“ fragte Sven und griff nach dem Weinglas in Skjells Hand. Und an Stellen wo Skjell normalerweise unüberwindliche Grenzen setzt gab er auf einmal nach. „Klar, trink nur,“ und im nächsten Atemzug bot er Malte auch ein Glas an, obwohl er wusste dass Malte niemals trank. Der lehnte dann auch dankend ab. Sven hingegen schien der Wein zu schmecken und es waren keine drei Schluck da war das Glas leer. Er setzte sich zu seiner Mutter auf den Schoß, was er gerne machte, aber meist nicht länger als 30 Sekunden aushielt. Jetzt blieb er schon länger als zwei Minuten dort und legte sogar seine Arme um Evas Hals um sich wie ein viel zu großes Baby an sie zu schmiegen. Malte erklärte Sven, dass sie gerade über seine Veränderungen seit dem Unfall gesprochen haben. Sven hatte nur noch eine vage Erinnerung an die Zeit davor. Nur, dass Malte sich oft verletzt hatte, dass war ihm noch sehr präsent. Als Skjell merkte wie der Wein auf Sven wirkte hatte er keine Bedenken als dieser auch noch etwas haben wollte als Eva sich etwas nach goss. Sie hatte die ganze Zeit nur zugehört und es erschien ihr der ungeheuerliche Gedanke, Sven auf die gleiche Weise zu helfen wie es bei Malte dann letztendlich geworden ist.

Malte fuhr fort zu erzählen was er vorher schon erzählt hatte, betonte aber immer wieder seine Sicht und wie er gelitten hatte. Insbesondere unter der Tatsache dass er keine Freunde hatte und wie sehr ihn es gekränkt hatte von allen immer zurecht- und zurückgewiesen zu werden. Nach dem zweiten, nur halb eingeschenkten Glas Wein nahm Sven die Chipstüte und verschwand Richtung Gästezimmer in dem der Fernseher noch lief, so schnell und unvermittelt wie er gekommen war.

Dann erzählte Skjell, das es in seiner Kindheit ebenso turbulent zugegangen wäre wie bei Sven und Malte, weil aber ADHS noch nicht erfunden war, er als nichtsnutziger Rotzer abgestempelt wurde und für sein Verhalten viele Schläge bekommen hätte. Nur zwei oder drei Erwachsene hätten zu ihm gehalten und ihm immer wieder den Rücken gestärkt. Das war der blöde Tom, der nach vielen Jahren in der Psychiatrie wieder auf sein Dorf entlassen wurde und 95% seiner zeit in einer Art Dämmerzustand verbrachte, Michel der Säufer aus dem Dorf der mal früher ein Erfinder war dem es aber nie gelang auf einen grünen Zweig zu kommen (er soll seinen Schnaps irgendwo im Wald selbst gebrannt haben, den besten vom Dorf übrigens) und dann war da sein Vater der Dorfvorsteher, Unternehmer, Landwirt und Advokat war und leider viel zu früh durch einen Autounfall aus dem Leben gerissen wurde. Der Vater war es aber auch dem oft der Geduldsfaden riss und der Skjell die meisten Prügel ausgeteilt hat.

Skell fuhr fort, dass seine Probleme mit der Jugend nicht aufhörten, und seine vielen Jobwechsel ganz klar eine ähnliche Ursache haben wie sein Versagen in der Schule. Erst als er als Erwachsener das Abitur nachholte und Medizin studierte kam sein Leben in eine ruhigere Bahn die aber auch mit einem wachsenden und regelmäßigen Alkoholkonsum ein herging. Heute würde er jeden Abend zu viel trinken und eigentlich sei er verwundert dass es ihm noch so gut dabei ginge. Malte hatte aufmerksam zugehört und wusste aus den Monaten die er jetzt mit seinem Vater zusammenlebte dass dieser eine besondere Art von Alkoholiker sein musste. Skell trank jeden Abend ab sechs Uhr ununterbrochen bis er ins Bett ging. Am nächsten Morgen war er ausgeschlafen, fröhlich und voller Tatendrang. Wenn er einmal nicht zum trinken kam, weil er bis spät unterwegs war zum Beispiel, war Skjell am nächsten Morgen nur schwer wach zu bekommen. Dazu war er schlecht gelaunt bis aggressiv. So war malte es eigentlich lieber Skjell trank abends, denn ihm fiel am Abend kein Unterschied auf ob er trank oder nicht.

Es war halb zwölf nachts als das Feuer niedergebrannt war und alle eigentlich ins Bett gehen wollten. Eva musste nächsten Tag arbeiten und Skjell wollte mit den Kindern die Herbstferien nutzen und einen Ausflug nach Dresden machen. Eva hatte Karten besorgt für die Semperoper und würde mit dem Zug nach der Arbeit zu ihnen stoßen. Da stand Sven wieder in der Tür. Die Chipstüte war zerknüllt in seiner Hand und er sah ziemlich nachdenklich aus. Dann sah er Malte an, den er, seit Malte in Stockholm wohnt wahnsinnig vermisst und sagte: „Malte, ich wäre gerne wie du. Du bist mein großes Vorbild.“ Dann verschwand er in der Küche und huschte nur noch einmal an der Türöffnung vorbei um in seinem Zimmer zu verschwinden. Als Eva später zu ihm ging um ihn zu zudecken und einen Gutenachtkuss zu geben merkte sie dass Svens Kopfkissen nass von seinen Tränen war. Sven stellte sich aber schlafend und so akzeptierte Eva, dass er jetzt nichts mehr sagen wollte, machte das Licht aus und ging in ihr Zimmer.

Der nächste Tag verlief unbeschwert und voller neuer Eindrücke. Am Abend gab es Hänsel und Gretel als Oper und es war für alle ein super Tag, auch wenn Eva bis halb fünf in Berlin bleiben musste. Um halb eins fielen alle in ihre Betten.

Am nächsten Tag war Skjell ungenießbar. Muffelig, unausgeschlafen mit einem deutlich spürbaren Hang zu jenem Jähzorn den die Ehe von Eva und Skjell zerstört hatte. Eigentlich mochte Skjell sich selbst nicht, kam aber auch nur schwer und langsam aus dieser Stimmung heraus. Malte und Sven machten allein Berlin unsicher und hatten den ganzen Tag viel Spaß. Weil es am nächsten Tag regnen sollte überlegte Skjell sich nochmal ein besonderes Ferienprogramm. Bei Sixt hatte er einen Porsche gemietet und fuhr mit den Kindern nach Hamburg ins Miniwunderland. Leider war kein Kilometer der Straße trocken genug um den Sechszylinder mal so richtig zum Kochen zu bringen aber dafür kochte Skalpell als Sven von einer Aufsicht dem MIWULA dabei erwischt wurde dass er aktiv bei der Gestaltung der Anlagen eingriff. Sven war mal wieder ausser RanStrasseBand und als die drei SechzylinderTür des MIWULA standen und es in Strömen goss brach Sven in Tränen aus und schluchzte dass er nie mehr Schuld sein wolle und er sich ja auch überhaupt nicht mehr mögen würde. Dann riss er sich von der Hand Skjells los und rannte auf das Hafenbecken zu um sich hinein zustürzen. Vorher erfasste ihn aber ein vorbeifahrendes Taxi und schleuderte zurück auf den Bürgersteig wo er heulend und sich das Knie reibend sitzen blieb. Auf der Rückfahrt hatte sich Sven halbwegs erholt und war zu einem normalen Gespräch fähig.

Irgendwann schlug Malte vor:“Lass dir doch auch die Dinger abschneiden, dann geht’s dir bestimmt besser.“ Sven bekam große Augen und fragte ungläubig.“ Meinste das geht? Das kann man doch nicht einfach so machen?“ Skjell meinte nur: „Wenns hilft.“ und gab vor sich auf die Straße zu konzentrieren. „Ich vermisse nichts,“meinte Malte, „bis auf manchmal, wenn die Klos so vollgepisst sind das ich mich nicht draufsetzten mag. Aber den Schniedel, den kannst du ja dranbehalten. Da hast du es bestimmt auch einfacher mit den Mädchen. Bei mir ist das schon immer so ein Ding. Manche wollen einfach nur mal gucken und dafür tun sie dann so als ob..“

Die nächsten zehn Minuten war nur der Boxer im Heck zu hören. Sven lag quer zur Fahrtrichtung auf dem Notsitz und schien eingeschlafen zu sein. Dann plötzlich rief er : „Papa ich will das, ich will auch so sein wie Malte.“ Skjell trat vor Schreck auf die Bremse und fuhr auf die rechte Spur und dort nur mit 80. Er stellte sich den Spiegel so dass es Sven gut sehen konnte und fragte:“Willst das wirklich?“ “Ja, Papa bitte, du willst doch dass es mir besser geht.“ „Ja Sven, ich möchte das es dir gut geht, deshalb bin ich jetzt nicht gleich dafür. So ein Eingriff hat seine Folgen. Das kann man nicht einfach so entscheiden. Und Eva hat da auch noch ganz viel mitzureden.“ Den Rest der Fahrt ging es nur noch darum und malte machte sich zum Anwalt seines kleinen Bruders und Skjell war froh als er das Auto bei der Autovermietung zurückgeben konnte und für einen Moment Menschen um sich hatte die irgendwie normal erschienen.

Sich hatte er insgeheim mit dem Gedanken gespielt und sich dabei gefragt ob sich die Entwicklung von Malte wiederholen lassen würde. Aber konkret einen solchen Schritt zu machen, dass war doch etwas ganz anderes. Jetzt war es raus und Malte und Sven waren kaum zur Tür herein als sie Eva mit ihrer Forderung nach Svens sofortiger Kastration konfrontierten. Eva, blieb da ganz gelassen und meinte nur, dass es wohl ein vernünftiger Schritt sei, denn ein wichtiger Faktor für eine gelungene Therapie ist immer die Überzeugtheit des Patienten von deren Richtigkeit. Wie eine Ärztin im Beratungsgespräch klärte sie den kleinen Patienten über die unweigerlichen Folgen dieses Schrittes auf. Körperliche Entwicklung wird stark beeinflusst. Aussehen, Stimmentwicklung, psychische Disposition, im späteren Verlauf dann Osteoporose und vor allem keine eigenen Kinder, und für Eva selbst definitiv keine Enkel. Das gefiel ihr überhaupt nicht.

Skjell meinte dann nur, dass man eben eine Portion des Samens von Sven einfrieren müsste um eigene Kinder und somit Enkel sicherzustellen. Sozusagen ein eigenes Konto auf der Samenbank, meine Malte und grinste. „Hast du den schon einmal abgespritzt meine Malte an Sven gewandt?“ Sven verzog das Gesicht. „Mindestens jeden Abend einmal, sagte er mit einem fast beleidigten Unterton“. Wenn Schule ist muss ich immer um acht ins Bett. Was soll man denn da sonst machen. „Und wo schmierst du das so hin, in deinem Bett habe ich jedenfalls noch keine Spuren gefunden,“ fragte Eva. Ich wichs in meine Socken und die sind jeden Morgen gleich in der Wäsche.“ „Und ich dachte immer die wären von deinem Fußschweiß so steif“ lachte Eva und war sich mal wieder sicher dass sie einen superausgefuchsten Sohn hat. „Gut“ sagte sie, du hast die Folgen dieses Eingriffs gehört und begriffen?“ „Ja Mama, ich bin mir ganz sicher dass es das Beste für mich ist.“ „Wenn der Schniedel dran bleibt, kann ich mich dann immer noch so kitzeln oder geht das dann auch nicht mehr?“ „So?“fragte Eva „hast du also doch Bedenken und willst einen Rückzieher machen?“ „Nein, nein antwortete Sven schnell,“ denn diese Frage hatte ihm Malte ja nicht beantworten können. „Okay“, sagte Eva und ging in die Küche um gleich mit dem großen Brotmesser und dem Hackbrett wiederzukommen. „Zieh mal deine Hose aus Sven und komm mit ins Bad.“ Malte schaute ungläubig, und Sven zögerte nur einen ganz kleinen Augenblick und zog seine Hose samt Schlüpfer Blitzschnell herunter in der Angst seine Mutter könnte es nicht doch noch anders überlegen. Ängstlich zu Skjell gewandt, der sich sein Grinsen kaum verkneifen konnte, fragte Sven, „Papa geht das denn so ganz ohne Betäubung?“ Skjell nickte nur und meinte dann:“Früher haben sie die Eunuchen nur so gemacht. Aber jetzt geh mal schnell ins Bad, Eva wartet schon.“ Und Sven ging tatsächlich und als er ins Bad kam war da seine Mutter mit Tränen in den Augen die ihren Sohn in die Arme schloss und meinte dass sie nun wüsste wie entschlossen er sei und wie wichtig es ihm wäre. Und sie versprach Sven alles zu tun um ihm bald diesen Wunsch zu erfüllen. Natürlich mit Betäubung und in einer richtigen Praxis.

Leslie war die dreizehnjährige von neben an. Sie hatte sich mit Sven angefreundet weil er doch etwas anders war als die anderen elfjährigen. Er schien etwas reifer, war blitzgescheit und außerdem kam er aus Stockholm, der Stadt in der ihre Tante wohnte. Gründe genug für einen guten Kontakt.

Leslie hatte einen Hund der jetzt schon drei Jahre alt war. Er war ein Rüde und sollte bald kastriert werden. Irgendwie war es Sven gelungen dass er dabei sein konnte. Nein, nicht nur beim hinbringen, sondern er durfte mit Leslie auch bei der Operation zusehen. Er wusste, dass der einzige Unterschied sein würde, dass er nicht wie der Hund eine Vollnarkose bekommen würde. Nach zehn Minuten war alles vorbei. Kaum Blut, ein einfacher Eingriff wie es schien.

Eva machte sich schlau. Ein Kollege nannte die Idee, die sie ihm anonymisiert vorgetragen hatte, „Experimentelle Therapie“ die sich auf keine nur annähernd stichhaltige Hypothese zurückführen ließe. Eine unverantwortliche Körperverletzung, Verstoß gegen das Kindeswohl und den hypokratischen Eid. Ihr wurde klar, das in dem regulären medizinischen System Westeuropas ein solcher Eingriff nicht zu machen sei. Also entschloss sie sich es selbst zu machen. Chirurgie hatte ihr in der Zeit als Assistenzärztin Spaß gemacht und sie machte Nähte die ihre berufserfahreneren Kollegen neidisch werden ließen.

In den Weihnachtsferien übernahm sie die Vertretung für einen niedergelassenen Kollegen und hatte so alle Möglichkeiten die sie brauchte. Es war zwar eine Facharztpraxis für Allgemeinmedizin, die aber trotzdem mit Gynäkologischem Stuhl und allen Einrichtungen für kleinere ambulante Eingriffe ausgestattet war. Am Neujahrstag war es dann soweit. Drei Samenproben hatte Eva analysiert, jede war von Spermiendichte und Lebensdauer der Spermien 1. Sahne. Also machte sie „ein Konto „ bei der Samenbank auf und ließ ihren Sven zur Samenspende antreten. Das Personal gab sich mit der Angst einer Mutter die schon einen Eunuchen als Sohn hatte zufrieden um diese an sich unübliche Form der Nachwuchssicherung verstehen zu können. Das war am 22.12.. Am Silvesterabend feierte die Familie gemeinsam in der Wohnung in Berlin. Es lag eine seltsame Spannung in der Luft, keiner sprach die bevorstehende Operation an und Sven gab sich unbeschwert und quirlig wie immer. Am nächsten Morgen um neuen saßen alle im Auto.

Sven war nervös. Eva hatte lange mit skjell diskutiert ob sie ein Benzodiazepin geben sollen oder ob Sven bis zur letzten Sekunde die Chance haben soll es sich anders zu überlegen. Sie waren einig darüber dass Sven seine Entscheidung getroffen hat und diese auch revidieren können sollte.

Der dünne Flaum an seinen Genitalien war schon am Abend vorher entfernt worden. Ebenso war Sven nach ausgiebigem Studium von Max´s Narbe dazu entschlossen dass er es auch so schön glatt unter seinem Penis haben wollte.

Eva schloss mit pochendem Herzen die Praxis auf. Sie wusste was auf dem Spiel stand sollte diese Sache öffentlich werden. Sven zog sich aus und saß auf dem Behandlungsstuhl noch bevor irgendjemand etwas gesagt hatte. Skjell hatte eine Tupfer in der Pinzette und strich Svens Schritt großzügig mit Desinfektionsmittel ein. Die Kälte die dadurch entstand ließ ihn versuchen die Beine aus den Schalen zu nehmen. Malte stand aber neben ihm und legte seine Hand auf Svens Knie. Dann nahm er einen Handspiegel und zeigte Sven wie es jetzt noch da unten aussah. Skjell setzte jetzt die Narkose und machte Sven darauf aufmerksam dass es trotzdem sein könnte das er einen Schmerz oder unangenehmen Druck verspüren könnte. Malte schlug Sven mit der offenen Hand auf den Oberschenkel und sagte.“Aber niemals wir es dir so weh tun wie mir und wie du siehst hebe ich es auch überlebt.“

Sven lächelte Malte an und Eva die gerade mit sterilisiertem Händen und Besteck nahm ihren Platz zwischen Svens Beinen ein. Malte übernahm die die Dokumentation mittels Digicam. Eva versicherte sich noch einmal das die Haut des Skrotums wirklich gestrafft werden sollte und war froh dass Sven so klar in seiner Entscheidung war. In einem Gespräch hatte er ganz klar ausgeschlossen dass er jemals mit Prothesen die Existenz von Hoden vorspiegeln wollte.

Sie stach mit einer Nadel um die Schmelzempfindlichkeit zu prüfen und setzte das Skalpell an als sie sicher war das die Narkose zu wirken begonnen hatte.

Drei Minuten später lagen die zwei bläulich schimmernden Hoden in der Nierenschale. Ein Zweizentimeter breiter Hautstreifen kam gleich dazu und für die Naht brauchte Eva nochmal vier Minuten. Sven schaute in den Handspiegel und sah zufrieden aus. Malte machte die letzten Fotos und Skjell ließ nun endlich die Hand seines Sohnes los. Das Skjell sich zu einer anderen Gelegenheit auch die Hoden entfernen ließ ist eine andere Geschichte.

Eva kehrte nach fünf Jahren in Berlin nach Stockholm zurück. Sven hatte sich super entwickelt. Bei ihm setzte sie die Medikation zum Abschluss des Wachstumsprozesses wesentlich früher ein als bei Malte. Sie gab gezielt Östrogene und als die Pubertät einsetzen wollte reduzierte sie die Hormongabe soweit, dass Sven eine wesentlich andere Entwicklung nahm als malte. Svens Züge wurden viel sanfter, weiblicher und auch sein Körperbau nahm einen anderen Weg. Sven unterstrich seine androgynen Züge zielgerichtet mit ausgesuchter Kleidung und einem Habitus der jedem Mädchen gut zu Gesicht stehen würde. Sven-ja war ein feststehender Begriff. Trotzdem gab es Seiten an Sven die jedem Jungen gut zu Gesicht stehen würden. Sven fährt Motocross seit er vierzehn ist und spielt leidenschaftlich gern Fußball. Auf der anderen Seite hat sich seine soziale und schulische Situation wesentlich der von Malte angeglichen. Sven ist beliebt, hat gute Schulleistungen ist im allgemeinen akzeptiert.

Sven liebt es sogar seine androgynen Reize auszuleben und so trägt er liebend gerne seine Figur, auf die er sehr acht gibt, betonende Kleidung, lange Haare die er oft auch zu einem Zopf, manchmal auch zu zwei Zöpfen bindet...

Eva hat eine private Praxis in ihrem Haus in Stockholm. Sie hat sich darauf spezialisiert verzweifelten Eltern von hyperaktiven Kindern zu helfen. Manchmal fragt sie aber auch nicht so genau nach auf welchem Grund der Wunsch zur Kastration gewachsen ist.



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